Scanner werden auch Universalisten, Vielbegabte und Multipotentials genannt.

Leonardo da Vinci ist Aushängeschild Nummer 1 für diesen Typus Mensch. Warum? Weil er vielseitig begabt war und das unter anderem auch beruflich umsetzte und lebte. Er war Bildhauer, Architekt, Maler, Schriftsteller, Ingenieur, Wissenschaftler und vieles mehr. Er setzte sich intensiv mit der Physiognomie, der Anatomie des Menschen und dem Innenleben des Körpers auseinander. Seine Erkenntnisse, die er anhand von Naturphänomenen erforschte, nutzte er für seine Erfindungen und Bauwerke. Er brachte alle seine Potentiale und sein umfassendes Wissen geschickt in Einklang.

Frau Barbara Sher ist die Erfinderin des Ausdrucks Scanner-Persönlichkeit. Sie wurde 1935 in den USA geboren und starb im März 2020. Als Autorin und Coach lag ihr Schwerpunkt auf der Beratung bei Zielfindungsschwierigkeiten und Motivationsschwächen im Job.

Laut Barbara Sher gibt es im Bereich Motivation zwei Menschentypen: Das eine sind die Scanner, also die Vielbegabten, und das andere sind die Taucher. Ihrer Meinung nach sind Taucher Menschen, die sich auf ein ganz bestimmtes Ziel oder eine Leidenschaft fokussieren. Im beruflichen Kontext kann das zum Beispiel bedeuten, der Beste auf einem bestimmten Gebiet werden zu wollen und sich dazu fachlich punktgenau weiterzuentwickeln. Sie sagt, dass der hieraus resultierende Expertenstatus in der Arbeitswelt überaus positiv bewertet und extrem geschätzt werde. Taucher seien meist diejenigen Menschen, die eine kerzengerade Karriere hinlegen. Hingegen sei es für Scanner-Persönlichkeiten sehr schwierig, eine berufliche Steilkarriere zu starten. Scanner seien dafür zu sprunghaft und an immer neuen Dingen interessiert.

Persönlichaußergewöhnlich im Unternehmen

Ja, Routine langweilt Scanner in der Tat schnell. Für sie ist es wichtig, dass stets der Kitzel des Neuen, des Spannenden, des Großen da ist. Dann kommen sie zu Höchstleistungen und sind in der Lage, ihr breit gefächertes Wissen geschickt zu kanalisieren.

Wenn man mal bedenkt, dass Sheer ihre Erkenntnisse in den 1970er- und 1980er-Jahren gewann, kann man ihr in diesen Punkten – für damals – unbedingt recht geben. Heute, um die 45 Jahre später, sieht es jedoch auf dem Wirtschaftsmarkt ein bisschen anders aus:

Heute sind Flexibilität, Kreativität, allumfassendes Denken, spontanes, schnelles Handeln sowie Facettenreichtum unbedingt gefragt.

Natürlich ist es nach wie vor wichtig, dass eine Führungsposition mit dem entsprechenden Expertenstatus besetzt wird, aber ein Leader, der sein Team mit Scheuklappen und absoluter Einseitigkeit führt, ist für das Unternehmen über kurz oder lang nicht erfolgreich.

Viele Scanner machen sich irgendwann selbständig, damit sie diesen Auseinandersetzungen mit Kollegen nicht mehr ausgesetzt sein müssen. In der Selbstständigkeit können sie schalten und walten, wie es für sie stimmig ist. Geschäftsführer oder leitende Angestellte mit einer Hochbegabung oder Scanner-Persönlichkeit haben es an der Spitze der Hierarchie in den Unternehmen leichter, denn sie sind und haben dort den großen Freiraum, welchen sie benötigen, um ihr volles Potenzial entfalten zu können.

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