Die Liebe des Lebens, unser Seelenpartner?

Gerade in letzter Zeit hatten wir beim Stammtischtreffen für Hochbegabte und Hochsensible in Bremen, das Thema Partnerschaft. Immer wieder wurde beklagt wie schwierig es sei, als hochsensible und/oder hochbegabte Persönlichkeit, einen Partner zu finden, um die ersehnte, langfristige Beziehung mit Tiefgang führen zu können.

Der Wunsch nach der fehlenden zweiten Hälfte ist extrem groß, und genauso stehen auch die Ansprüche auf einem extrem hohen Niveau. Erschwerend kommt bei diesen so speziellen Persönlichkeiten ihr Perfektionismus hinzu. Der Partner sollte auf ganzer Linie „perfekt“ passen. Also ist es nur logisch, dass der Anspruch auf denSeelenpartner erhoben wird, der wie ein Zwilling oder ein Spiegelbild die fehlende Hälfte ergänzt.

 

Das Idealbild

Seit Jahrhunderten verzaubert die Menschen der Gedanke nach dem Idealbild der Partnerschaft ihrer Seele und der Liebe ihres Lebens.

Große Gefühle, absoluter Tiefgang und das ständige Schweben auf Wolke 7 sind die Erwartungen. Ebenso wird vorausgesetzt, dass die Harmonie dieser Beziehung im perfekten Gleichgewicht steht und sich eine permanente Glückseeligkeit einstellt. Aber ist das auch wirklich so?

 

Die erste Begegnung

Die erste Begegnung fühlt sich an, wie ein Angekommensein. Insbesondere Hochsensible und Hochsensitive erkennen ihren Spiegelpartner gleich. Unbewusst nimmt man die Übereinstimmungen war, die das Gefühl erzeugen, dass man sich schon sein Leben lang kennt. Ein Gefühl der Wärme und der absoluten Vertrautheit strömen durch den ganzen Körper. Wortlos versteht man sich und man möchte das Gegenüber am Liebsten gar nicht mehr loslassen. Eine räumliche Trennung löst großen Stress aus, denn es entsteht der Eindruck einer Amputation mit Phantomschmerzen.

 

Das Beziehungsleben

In der sich entwickelnden Liebesbeziehung mit dem Traumpartner, beginnt jedoch auch gleichzeitig eine Beziehung mit großer Ambivalenz.

Warum ist das so? Warum schwanken die Gefühle zwischen höchstem Glück und tiefer Trauer? Ja sogar bis hin zur gegenseitigen „Zerstörung“, die unmittelbar zur Trennung mit unendlichem Schmerz führen kann?

Schuld daran sind die Spiegelneuronen im Frontallappen des Gehirns, die dem Gegenüber permanent seine sogenannten blinden Flecken – im Verhalten, der Stimme und im Umgang miteinander – spiegelt. Der feinfühlige Partner springt sofort darauf an und wird somit gezwungen sich seiner „dunklen Seite“ zu stellen. Wenn er aber nicht in der Lage ist wirklich hinzugucken, um seine blinden Stellen anzuschauen und sich damit auseinander zu setzen, entwickelt sich eine permanente, unterschwellige Stresssituation. Nur schwerlich ist das auf Dauer auszuhalten.

Wenn sich das Paar jedoch darüber bewusst ist, kann es einen großen Nutzen aus diesem Phänomen ziehen. Die Beziehung erhält in dem Moment eine Tiefe, die das Liebesleben nun noch interessanter werden lässt. Der Lernfaktor ist riesig und die Persönlichkeitsentwicklung beider Partner ist wie ein wertvoller Schatz anzusehen.

Ich wünsche Euch ein harmonisches Seelenleben mit Eurem/r Traumpartner/in. Eure Kirsten